Webdesign für Handwerksbetriebe
Der Auftrag entscheidet sich in den ersten 30 Sekunden – meistens auf dem Smartphone, meistens unterwegs, meistens bei drei Betrieben gleichzeitig.
Ein Handwerksbetrieb verliert Aufträge selten, weil er schlechte Arbeit macht. Er verliert sie, weil der Interessent bei der Google-Suche drei Betriebe findet, zwei davon zurückruft – und der dritte nicht auftauchte oder eine Seite hatte, auf der die Telefonnummer erst nach zweimal Zoomen lesbar war.
Der typische Ablauf ist immer derselbe: Etwas ist kaputt oder soll gemacht werden. Der Kunde tippt „Dachdecker Chemnitz" ins Handy, schaut sich die ersten drei bis fünf Ergebnisse und den Kartenausschnitt an, öffnet zwei Seiten und ruft bei dem an, bei dem der Anruf am schnellsten geht. Wer in diesem Ablauf nicht vorkommt, existiert für diesen Auftrag nicht.
Das ist keine Marketingtheorie, sondern eine Frage von Struktur: Wird der Betrieb in der lokalen Suche gefunden, versteht der Besucher in zehn Sekunden, ob er richtig ist, und kann er ohne Umweg Kontakt aufnehmen. Drei Punkte – an denen die meisten Handwerker-Websites in Sachsen an mindestens zwei scheitern.
Was wir bei Handwerksbetrieben immer wieder finden
Kein Vorwurf – das sind die typischen Befunde aus unseren Analysen. Meistens sind es zwei bis drei davon gleichzeitig.
Die Seite ist zehn Jahre alt und niemand merkt es
Sehr viele Betriebsseiten in Sachsen stammen aus der Zeit vor dem Smartphone-Boom oder wurden einmal von einem Bekannten gebaut und danach nie angefasst. Sie funktionieren scheinbar – der Betrieb sieht sie ja auf dem eigenen Rechner. Auf dem Handy muss man seitlich scrollen, das Kontaktformular schickt ins Leere, und im Impressum steht noch ein Paragraf, den es seit 2024 nicht mehr gibt.
Gefunden wird nur, wer den Betriebsnamen kennt
Der häufigste Befund: Die Seite rankt sauber auf den eigenen Firmennamen – und auf sonst nichts. Wer den Betrieb schon kennt, findet ihn. Wer ihn sucht, ohne ihn zu kennen, findet ihn nicht. Genau die zweite Gruppe ist aber die, aus der Neukunden kommen.
Kein Leistungsverzeichnis, nur ein Satz
„Wir bieten alle Leistungen rund um Sanitär, Heizung und Klima" – dieser eine Satz ist für Google und für KI-Systeme praktisch wertlos. Es gibt keine Seite zu Heizungswartung, keine zu Badsanierung, keine zu Notdienst. Also gibt es auch für keinen dieser Suchbegriffe ein Ergebnis.
Referenzen existieren, aber nur im Handy des Chefs
Fast jeder Betrieb hat Vorher-Nachher-Bilder. Sie liegen in der Fotogalerie und nicht auf der Website. Dabei ist genau das der Inhalt, der einen Interessenten überzeugt – und nebenbei Bildmaterial, das in der Google-Bildersuche und in Kartenergebnissen auftaucht.
Wonach Ihre Kunden tatsächlich suchen
Nicht nach Ihrem Firmennamen. Nach ihrem Problem – und fast immer mit Ortsbezug.
Was eine Website für Handwerksbetriebe leisten muss
Keine Wunschliste – das ist der Mindestumfang, ab dem eine Seite in dieser Branche wirtschaftlich etwas bringt.
Telefonnummer als Klick, nicht als Bild
Auf dem Smartphone muss ein Tipp auf die Nummer den Anruf starten. Eine Nummer, die in einer Grafik steckt oder erst im Impressum auftaucht, kostet Aufträge – messbar.
Eine eigene Seite pro Leistung
Heizung, Bad, Notdienst, Wartung: je eine Seite mit eigenem Text, eigenem Titel und eigener Adresse. Das ist der einzige Weg, für mehr als den Firmennamen gefunden zu werden.
Einzugsgebiet klar benannt
Nicht „Region Chemnitz", sondern die Orte, in denen tatsächlich gearbeitet wird. Google braucht diese Zuordnung, und der Kunde will wissen, ob er dazugehört.
Referenzen mit echten Bildern
Zehn eigene Baustellenfotos schlagen jedes Stockfoto. Sie beweisen, dass es den Betrieb gibt, und liefern nebenbei indexierbare Inhalte.
Ladezeit unter zwei Sekunden im Mobilfunknetz
Nicht im WLAN im Büro, sondern draußen mit schwachem Empfang. Genau dort wird gesucht.
Anfrageformular mit drei Feldern
Name, Kontakt, worum geht's. Jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Zahl der Anfragen.
Wie Handwerksbetriebe in KI-Antworten vorkommen
Immer mehr Leute fragen nicht mehr „Elektriker Chemnitz", sondern „Wen kann ich in Chemnitz für eine Wallbox-Installation beauftragen?" – und bekommen eine Antwort statt einer Linkliste. Wer in dieser Antwort vorkommen will, muss anders schreiben als früher.
Antworten statt Werbetexte
KI-Systeme zitieren Passagen, die eine Frage direkt beantworten. „Eine Wallbox-Installation dauert bei uns einen halben Tag und kostet je nach Zuleitung zwischen X und Y Euro" ist zitierfähig. „Ihr kompetenter Partner rund um Elektrotechnik" ist es nicht.
Eindeutige Betriebsdaten
Firmenname, Adresse, Telefonnummer und Leistungen müssen überall identisch sein – auf der Website, im Unternehmensprofil, in Verzeichnissen. Widersprüchliche Angaben führen dazu, dass der Betrieb gar nicht erst als eindeutige Einheit erkannt wird.
Strukturierte Daten im Quelltext
Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Leistungen und Bewertungen als maschinenlesbares Markup. Das ist der Unterschied zwischen „irgendwo auf der Seite steht es" und „das System weiß es".
Crawler nicht aussperren
Viele Seiten blockieren die Crawler von KI-Anbietern – teils bewusst, teils versehentlich durch eine kopierte Konfigurationsdatei. Wer in KI-Antworten auftauchen will, muss ausgelesen werden dürfen.
Eigene Website oder Plattform?
Die ehrliche Antwort lautet in den meisten Fällen: beides, aber mit klarer Rollenverteilung. Hier die Vor- und Nachteile ohne Beschönigung.
Handwerkerportale (MyHammer, Check24 Profis und ähnliche)
Dafür
- Sofort Anfragen, ohne eigene Sichtbarkeit aufzubauen
- Kein technischer Aufwand, kein eigener Auftritt nötig
- Gut geeignet, um Auftragslöcher kurzfristig zu füllen
Dagegen
- Provision oder Lead-Gebühr bei jedem Auftrag – dauerhaft, nicht einmalig
- Preiskampf: Der Kunde vergleicht drei Angebote nebeneinander, meist über den Preis
- Die Kundenbeziehung gehört der Plattform, nicht dem Betrieb
- Ändert die Plattform ihre Regeln oder Preise, ist der Kanal von heute auf morgen weg
Eigene Website
Dafür
- Einmalige Investition statt laufender Provision je Auftrag
- Anfragen kommen direkt und ohne Vergleichsangebot daneben
- Der Betrieb bestimmt Darstellung, Leistungen und Positionierung selbst
- Funktioniert auch als Beleg für Bank, Lieferanten und Bewerber
Dagegen
- Die Sichtbarkeit baut sich über Monate auf, nicht über Nacht
- Ohne gepflegte Inhalte verliert die Seite über die Jahre an Wirkung
- Erfordert einmal Zeit für Fotos, Leistungsbeschreibungen und Freigaben
Rechtliche Anforderungen für Handwerksbetriebe
Diese Punkte sind branchenspezifisch und werden regelmäßig übersehen. Keine Rechtsberatung – aber die Liste, die wir bei jedem Projekt abarbeiten.
Impressum nach § 5 DDG
Das Telemediengesetz wurde im Mai 2024 durch das Digitale-Dienste-Gesetz abgelöst. Wer im Impressum noch „§ 5 TMG" stehen hat, zeigt damit ungewollt, wann die Seite zuletzt angefasst wurde.
Handwerksrolle und Kammer
Bei zulassungspflichtigen Gewerken gehören Kammerzugehörigkeit, Berufsbezeichnung und der Staat der Verleihung ins Impressum – ein Punkt, der in Abmahnungen regelmäßig auftaucht.
Kontaktformular und Datenschutz
Jedes Formular verarbeitet personenbezogene Daten. Ohne Datenschutzhinweis am Formular und passende Erklärung fehlt die Grundlage.
Schriften und Karten von externen Servern
Google Fonts und eingebettete Karten laden Daten von fremden Servern. Ohne Einwilligung ist das angreifbar – ein Landgericht hat dafür bereits Schadenersatz zugesprochen.
Dauer und Kosten
Zeitrahmen
2–4 Wochen von der Freigabe der Struktur bis zum Livegang. Der längste Posten ist meist das Zusammentragen von Fotos und Leistungsbeschreibungen – nicht die Technik.
Investition
Eine belastbare Handwerker-Website mit Leistungsseiten und lokaler Optimierung liegt bei uns zwischen 900 € und 2.000 €. Zum Vergleich: Ein einziger vermittelter Badsanierungs-Auftrag deckt das in der Regel ab.
Häufige Fragen von Handwerksbetrieben
Brauche ich als Handwerker überhaupt eine Website, wenn ich ausgelastet bin?
Auslastung ist ein Momentzustand. Die Frage ist, was passiert, wenn ein Großkunde wegbricht oder ein Mitbewerber die Region aufrollt. Eine Website ist der Kanal, der dann schon läuft – aufbauen lässt er sich nicht in der Woche, in der man ihn braucht. Nebenbei ist sie inzwischen der erste Anlaufpunkt für Bewerber.
Reicht nicht ein Google-Unternehmensprofil?
Das Profil ist wichtig und sollte gepflegt sein, aber es ersetzt keine Website. Es zeigt Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen – es erklärt nicht, welche Leistungen Sie anbieten, zeigt keine Referenzen und rankt nicht für Suchbegriffe wie „Badsanierung Freiberg". Beides zusammen wirkt, eines allein nicht.
Was kostet eine Handwerker-Website in Sachsen wirklich?
Realistisch zwischen 900 € und 3.000 €, je nachdem wie viele Leistungsseiten dazukommen und ob regionale Seiten für mehrere Städte gebaut werden. Deutlich darunter bedeutet meist Baukasten-Vorlage ohne Optimierung, deutlich darüber ist bei einem regionalen Betrieb selten begründbar. Laufende Kosten für Hosting und Pflege liegen bei uns bei 49 € im Monat.
Wie lange dauert es, bis ich bei Google gefunden werde?
Die Seite selbst ist innerhalb weniger Tage im Index. Für umkämpfte Begriffe wie „Elektriker Leipzig" dauert es Monate. Für konkretere Suchanfragen wie „Zählerschrank tauschen Freiberg" oft nur Wochen – deshalb bauen wir diese Seiten zuerst.
Ich habe schon eine Website. Muss die komplett neu?
Nicht zwingend. Wir schauen zuerst, ob die Substanz trägt: Ist die Seite mobil bedienbar, lädt sie schnell, ist die Technik aktuell und gepflegt? Wenn ja, reichen oft strukturelle Ergänzungen. Wenn die Seite auf einem System läuft, das seit Jahren keine Sicherheitsupdates mehr bekommt, ist der Neubau günstiger als die Reparatur.
Muss ich die Inhalte selbst schreiben?
Nein. Wir brauchen von Ihnen das Fachliche – welche Leistungen, welches Gebiet, welche Besonderheiten – und formulieren daraus die Seiten. Sie geben frei und können später selbst ändern.
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