Was eine Website wirklich kostet

8 Min. Lesezeit · Stand: August 2026

Kaum eine Frage wird so ungern beantwortet wie die nach dem Preis. Wer bei drei Anbietern anfragt, bekommt drei Zahlen, die um den Faktor zehn auseinanderliegen – und keine Erklärung, warum.

Das liegt nicht daran, dass jemand betrügt. Es liegt daran, dass „eine Website" alles bedeuten kann: von einer Vorlage mit ausgetauschtem Logo bis zu einer individuell entwickelten Plattform. Beides heißt Website, beides ist ein legitimes Angebot – nur eben für völlig verschiedene Zwecke.

Dieser Text schlüsselt auf, was in welcher Preisklasse tatsächlich enthalten ist, wo bei regionalen Anbietern die Kosten entstehen und woran man erkennt, dass ein Angebot zu teuer oder zu billig ist.

Was kostet eine professionelle Unternehmenswebsite?

Für ein kleines regionales Unternehmen liegt eine professionell erstellte Website in Deutschland typischerweise zwischen 900 € und 3.500 € einmalig, dazu 20 € bis 60 € monatlich für Hosting, Pflege und Aktualisierungen. Baukastenlösungen in Eigenarbeit kosten 10 € bis 40 € im Monat, erfordern aber Eigenleistung und stoßen bei Suchmaschinen-Sichtbarkeit schnell an Grenzen. Klassische Agenturen mit Konzeptphase und individuellem Design beginnen meist bei 8.000 € bis 15.000 €. Der Unterschied liegt selten in der Technik, sondern in Prozesskosten, Konzeptaufwand und Strategieanteil.

Die vier Preisklassen

Auffällig: Die technische Umsetzung unterscheidet sich zwischen der zweiten und der vierten Zeile weit weniger, als der Preis vermuten lässt. Was den Unterschied macht, sind Prozess- und Abstimmungskosten – Workshops, Präsentationsrunden, Korrekturschleifen, Projektleitung.

PreisWas man bekommtFür wen sinnvoll
10–40 € / Monat Baukasten in Eigenarbeit. Vorlage, eigene Texte, eigene Bilder, eigener Zeitaufwand. Technisch begrenzt, Suchmaschinen-Sichtbarkeit meist schwach. Nebenerwerb, Vereine, Übergangslösungen. Wer wenig Geld und viel Zeit hat.
800–3.500 € einmalig Individuell gebaute Seite mit eigener Struktur, Leistungsseiten, lokaler Optimierung, rechtlicher Grundausstattung. Technisch modern und erweiterbar. Der Normalfall für regionale Betriebe, Praxen und Kanzleien.
4.000–8.000 € einmalig Zusätzlich individuelles Design, umfangreiche Inhaltsproduktion, viele Unterseiten, Anbindungen an vorhandene Systeme. Größere Betriebe, mehrere Standorte, erklärungsbedürftige Leistungen.
8.000–25.000 € und mehr Klassische Agentur mit Konzept-, Design- und Abstimmungsphasen, Workshops, Markenentwicklung, mehreren Beteiligten. Unternehmen ab einer gewissen Größe – oder solche, die den Prozess wirklich brauchen.

Warum regionale Angebote oft überraschend teuer sind

Der häufigste Satz in unseren Erstgesprächen: „Wir haben vor zwei Jahren ein Angebot geholt, das waren über zehntausend Euro – das war uns zu viel." Danach ist nichts passiert. Die alte Seite steht noch.

Das ist der eigentliche Schaden. Nicht das teure Angebot, sondern die zwei verlorenen Jahre.

Wo die Kosten bei klassischen Agenturen entstehen

  • Prozess statt Produkt: Workshops, Konzeptpräsentationen, Abstimmungsrunden. Jeder Termin bindet mehrere Personen für Stunden.
  • Arbeitsteilung: Projektleitung, Konzept, Design, Entwicklung, Texterstellung – fünf Personen mit Übergabeverlusten dazwischen.
  • Individuelles Design von Grund auf für jedes Element, auch dort, wo bewährte Muster besser funktionieren.
  • Redaktionelle Vollversorgung: Fotoshootings, Textproduktion, Bildauswahl – oft sinnvoll, aber nicht immer nötig.
  • Overhead: Büro, Verwaltung, Vertrieb, Auslastungspuffer.

Der Punkt, an dem es teuer wird: SEO als Extra

Fast alle Angebote im mittleren Segment haben eine Gemeinsamkeit: Suchmaschinenoptimierung steht als separater Posten daneben. Erst kommt die Website, danach – gegen Aufpreis oder als monatliches Paket – die Optimierung.

Wirtschaftlich ist das für den Anbieter nachvollziehbar. Fachlich ist es die falsche Reihenfolge. Ein erheblicher Teil dessen, was Sichtbarkeit ausmacht, entsteht beim Bauen: Seitenstruktur, Adressen, interne Verlinkung, Ladezeiten, Auszeichnung der Inhalte, saubere Überschriftenlogik.

Wer diese Punkte beim Bau ignoriert und danach optimieren lässt, bezahlt zweimal – einmal für die Erstellung und einmal für die Korrektur. Und meistens bleibt die Struktur trotzdem ein Kompromiss, weil sich das Grundgerüst nachträglich nur begrenzt ändern lässt.

SEO von Anfang an eingebaut

  • Struktur, Adressen und Verlinkung sind von Beginn an richtig angelegt
  • Keine doppelten Kosten für nachträgliche Korrekturen
  • Die Seite ist ab Tag eins indexierbar und sammelt Sichtbarkeit auf
  • Inhalte werden gleich so geschrieben, dass sie zu Suchanfragen passen

SEO als nachgelagertes Zusatzpaket

  • Grundstruktur ist bereits festgelegt und nur begrenzt korrigierbar
  • Ein Teil des Budgets fließt in Reparatur statt in Fortschritt
  • Zwischen Launch und Optimierung vergehen Monate ohne Sichtbarkeit
  • Laufende Kosten für etwas, das einmalig hätte richtig gemacht werden können

Die laufenden Kosten, die im Angebot fehlen

Bei uns liegt die laufende Betreuung inklusive Hosting, Updates und kleineren Änderungen bei 49 € im Monat oder 399 € im Jahr. Das ist keine Besonderheit, sondern ergibt sich daraus, dass eine statisch ausgelieferte Seite deutlich weniger Wartung braucht als ein Redaktionssystem mit Erweiterungen.

PostenÜbliche GrößenordnungAnmerkung
Domain 10–20 € / Jahr Sollte immer auf den Betrieb registriert sein, nie auf die Agentur.
Hosting 5–30 € / Monat Bei statisch ausgelieferten Seiten oft nahe null, weil kaum Rechenleistung nötig ist.
Sicherheitsupdates 0–50 € / Monat Bei WordPress und ähnlichen Systemen unverzichtbar. Bei statischen Seiten entfällt der Posten weitgehend.
Inhaltliche Pflege nach Aufwand Sollte in Teilen selbst möglich sein – Öffnungszeiten und Preise gehören nicht in eine Agenturrechnung.
E-Mail-Postfächer 1–5 € / Monat je Postfach Getrennt von der Website denken, damit ein Anbieterwechsel nicht die Kommunikation lahmlegt.

Woran man ein schlechtes Angebot erkennt

  • Die Domain wird auf den Anbieter registriert. Das ist der klassische Abhängigkeitsmechanismus – bei einem Wechsel wird es unangenehm.
  • Es gibt keinen Zugang zum eigenen System. Sie müssen für jede Änderung anfragen.
  • Garantierte Platzierungen bei Google. Niemand kann das zusichern; wer es tut, sagt entweder die Unwahrheit oder meint irrelevante Suchbegriffe.
  • Ein pauschaler Monatsbetrag über 24 oder 36 Monate ohne getrennt ausgewiesene Leistung. Am Ende der Laufzeit haben Sie oft nichts, was Ihnen gehört.
  • Ein Festpreis ohne jede Rückfrage zu Umfang, Leistungen und Zielgruppe. Wer nicht fragt, baut eine Vorlage.
  • Umgekehrt: ein Angebot mit sieben Workshop-Terminen für einen Betrieb mit sechs Mitarbeitern. Das ist Prozess, den Sie nicht brauchen.

Wann sich die Investition rechnet

Die ehrliche Rechnung ist einfacher, als sie meist dargestellt wird. Man braucht nur zwei Zahlen: den durchschnittlichen Deckungsbeitrag eines Auftrags und die Zahl zusätzlicher Anfragen.

Ein Handwerksbetrieb mit einem durchschnittlichen Auftragswert von 2.500 € braucht bei einer Website für 1.800 € genau einen zusätzlichen Auftrag, um im Plus zu sein. Eine Praxis mit Selbstzahlerleistungen braucht wenige zusätzliche Behandlungen. Ein Restaurant, das 15 Reservierungen im Monat direkt statt über ein Portal bekommt, spart die Gebühren.

Das ist keine Marketingrechnung, sondern der Grund, warum diese Investition bei den meisten regionalen Betrieben in überschaubarer Zeit trägt. Was sie nicht trägt: eine Seite, die nur schön ist und für keinen Suchbegriff gefunden wird. Deshalb ist die Frage nicht „Was kostet eine Website?", sondern „Was bringt sie an Anfragen?" – und diese Frage sollte im Angebot beantwortet sein.

Häufige Fragen

Warum sind Sie günstiger als eine klassische Agentur?

Weil wir einen anderen Prozess fahren. Keine Workshop-Ketten, keine Präsentationsrunden, keine fünfstufige Arbeitsteilung. Wir arbeiten mit bewährten Strukturen, die wir auf den Betrieb zuschneiden, statt jedes Element neu zu erfinden. Für ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitern wäre das zu wenig. Für einen regionalen Betrieb ist es genau richtig.

Ist billig nicht immer schlecht?

Zu billig schon. Unter etwa 500 € ist keine individuelle Arbeit möglich – das ist dann eine Vorlage mit ausgetauschtem Logo. Der entscheidende Punkt ist nicht der Preis, sondern was dafür geliefert wird: eigene Struktur, eigene Texte, lokale Optimierung, rechtliche Grundausstattung, Zugang zu allem, was Ihnen gehört.

Was kostet es, wenn ich später etwas ändern will?

Inhaltliche Änderungen wie Öffnungszeiten, Preise, Bilder oder Texte machen Sie selbst – dafür richten wir die Seite entsprechend ein. Neue Unterseiten und strukturelle Erweiterungen rechnen wir nach Aufwand ab. Im Betreuungspaket sind kleinere Anpassungen enthalten.

Gehört mir die Website danach?

Ja. Domain auf Ihren Namen, alle Zugänge bei Ihnen, der Quellcode gehört Ihnen. Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, nehmen Sie alles mit. Alles andere ist ein Abhängigkeitsmodell, und davon halten wir nichts.

Gibt es Förderungen für Websites in Sachsen?

Je nach Programmlage gibt es Digitalisierungsförderungen für kleine und mittlere Unternehmen, teils mit erheblichen Zuschussquoten. Die Programme ändern sich regelmäßig, und wir sind keine Förderberatung. Wir weisen im Erstgespräch darauf hin, wenn eine Konstellation naheliegt – prüfen sollten Sie es über die zuständige Stelle.

Wie steht Ihre Website tatsächlich da?

Wir schauen uns Ihre Seite an und sagen Ihnen ehrlich, was zu tun ist – auch wenn die Antwort lautet: nichts.

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